Ratgeber genderinklusive Sprache

Kaufmann thomas
Thomas Kaufmann, SEO- und UX-Writer Neustadt Gruppe AG
28. Juli 2022
Digital heroes contentmarketing 08

Noch immer ist das generische Maskulinum weit verbreitet. Textschaffende stehen hier in der Pflicht, für Diversität in ihren Arbeiten zu sorgen. Die Verwendung einer inklusiven Kommunikation fördert die Gleichberechtigung aller Geschlechter und verhindert das Ausgrenzen einzelner Bevölkerungsgruppen. Die inklusive Sprache repräsentiert die Gesellschaft als Ganzes und verhilft Frauen und Minderheiten zu mehr Sichtbarkeit.


Inhalt

  1. Inklusive Darstellung aller Geschlechtsformen
  2. Genderinklusive Texte für Ihr Unternehmen?
  3. 6 Tipps mit praktischen Beispielen

Inklusive Darstellung aller Geschlechtsformen

Die Neustadt Gruppe AG fördert die Gleichstellung von Frau und Mann. Eine geschlechtergerechte Verwendung der Sprache bildet die Grundlage dafür und leistet einen wertvollen Beitrag zur Emanzipation aller Geschlechter.

Sprache ist Teil unserer Kommunikation, sie ist wandelbar und entwickelt sich mit den Generationen. Sie gehört zu unserer Kultur und prägt unsere Wahrnehmung. Die Sprache transportiert in erster Linie Informationsgehalt, verrät aber auch etwas über uns selber, über unsere Erwartungshaltung und über unsere Sichtweisen. Ein sorgfältiger Umgang mit der Sprache ist daher von hoher Bedeutung, sowohl in schriftlicher wie auch gesprochener Form.

Als Kommunikationsagentur bedient sich die Neustadt Gruppe AG tagtäglich einer breiten und facettenreichen Sprachvielfalt. Damit geht eine Verantwortung einher. Am nachfolgenden Ratgeber orientieren wir uns in unserem Arbeitsalltag und empfehlen ihn gerne unseren Kundinnen und Kunden.

Das Wichtigste in Kürze

Wir stellen Frauen und Männer in Ansprachen, Texten, Bildern, Präsentationen, Animationen und Filmen stets gleichwertig dar.

Frauen sprechen wir mit der weiblichen, Männer mit der männlichen Personenbezeichnung an.

Bei gemischten Gruppen verwenden wir Doppelformen oder geschlechtsneutrale Anwendungen.

Wir verzichten nach Möglichkeit auf Kurzformen wie «Programmierer/in», es sei denn, die Platzverhältnisse lassen keine andere Schreibweise zu.

In der gesprochenen Sprache verwenden wir ausschliesslich die komplette Formulierung (Kundin, Kunde).

communication communication

Genderinklusive Texte für Ihr Unternehmen?

Unser erfahrenes Content-Team berät und unterstützt Sie gerne bei sämtlichen Textarbeiten.

Cyrill Kuster

Digitale Projekte

6 Tipps mit praktischen Beispielen

Es existiert keine Universallösung. Jeder Satz muss im entsprechenden Kontext beurteilt und entsprechend formuliert werden. Die nachfolgenden Tipps können Ihnen helfen, auch bislang unbekannte Formulierungen alltäglich zu machen und so für eine breitflächige Akzeptanz der inklusiven Sprache zu sorgen.

1. Tipp: Auf generisches Maskulinum verzichten

Rein männliche Formen, die alle Geschlechter repräsentieren sollen, sind nicht mehr zeitgemäss und schliessen alle anderen Bevölkerungsgruppen aus. Wir verzichten bewusst auf folgende Formulierungen:

  • Generisches Maskulinum: Mitarbeiter, Kunde, Benutzer, Anwender
  • Legaldefinitionen: «Frauen sind mitgemeint»
  • Stereotypen: «das schwache Geschlecht», «Not am Mann»


2. Tipp: Sichtbarkeit von Frauen und Männern

Wenn Frauen und Männer gleichermassen gemeint sind, sprechen wir beide Formen direkt an:

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Kundin und Kunde
  • Benutzerin und Benutzer
  • Damen und Herren
  • Partnerinnen und Partner
  • Vertreterinnen und Vertreter

Bei Zielgruppen und in Kontexten, wo non-binäre Personen angesprochen werden sollen, setzen wir den Gender-Doppelpunkt ein. Dieser wird dem Gender-Stern vorgezogen, weil Sprachsoftware/Vorlesefunktionen (z.B. für Sehbehinderte) den Stern teilweise noch nicht richtig interpretieren können. Da der Gender-Doppelpunkt alle Geschlechter inkludiert, kann er auch bei Platzknappheit eingesetzt werden.

  • Mitarbeiter:in
  • User:in
  • Geschäftsführer:in
  • Grafiker:in


3. Tipp: Plural oder neutrale Formen verwenden

Wenn das Geschlecht im Kontext keine explizite Rolle spielt, verwenden wir die neutrale Form oder den Plural. Der Plural vereinfacht den Lesefluss, weil Artikel, Adjektive und Pronomen sowohl für die weibliche als auch für die männliche Darstellung gleich sind. Die neutrale Form schliesst auch weibliche und non-binäre Personen mit ein, macht sie jedoch nicht ausdrücklich sichtbar. Diese Form eignet sich daher in erster Linie für eine abwechslungsreiche Formulierungsvielfalt.

  • Mitarbeitende
  • Angestellte
  • Personal
  • Abteilungsleitung
  • Kundschaft
  • Lieferfirma
  • alle (statt jeder)
  • niemand (statt keiner)
Rein männliche Formen, die alle Geschlechter repräsentieren sollen, sind nicht mehr zeitgemäss und schliessen alle anderen Menschen aus.

4. Tipp: Schwerfällige Formulierungen vermeiden

Mit Satzumstellungen, Umformulierungen und der abwechslungsreichen Verwendung der zuvor genannten Formen vermeiden wir schwerfällige Formulierungen.

  • Wer Teilzeit arbeitet (statt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Teilzeit arbeiten)
  • Fachpersonen Betriebs- und Versicherungsmedizin (statt Betriebs- und Versicherungsmedizinerinnen und -mediziner)
  • Personen, die ein Atemschutzgerät tragen (statt: Atemschutzgeräteträgerinnen und Atemschutzgeräteträger)
  • Nach Absolvierung dieses Webinars sind Sie in der Lage … (statt: Die Absolventinnen und Absolventen dieses Webinars sollten in der Lage sein …)

5. Tipp: Männliche Form in zusammengesetzten Wörtern vermeiden

In zusammengesetzten Wörtern wie «Kundenzufriedenheit» schleicht sich das generische Maskulinum ein und fällt auf den ersten Blick gar nicht mehr auf. Auch bei zusammengesetzten Wörtern setzen wir die neutrale Formulierung ein.

  • anwendungsbezogen, praxisbezogen (statt: anwenderbezogen)
  • Zufriedenheit der Kundschaft (statt: Kundenzufriedenheit)
  • leicht verständlich, einfach zu bedienen (statt: benutzerfreundlich)
  • publikumszentriert (statt: kundenzentriert)
  • Ansprechperson (statt: Ansprechpartner)

In Formulierungen, die sich auf das Unternehmen beziehen, verwenden wir das korrekte grammatikalische Geschlecht:

  • Die Neustadt Gruppe AG als Arbeitgeberin
  • Die Agentur als Partnerin für ...

6. Tipp: Inklusive Sprache und SEO

In der Suchmaschinenoptimierung (SEO) steht oft nur eine begrenzte Anzahl Zeichen, resp. Pixel, zur Verfügung, etwa im «Title Tag» oder der «Meta Description». Die volle Ausschreibung der weiblichen und der männlichen Form benötigt also zu viel Platz.

Genderstern, -doppelpunkt oder Gender Gap sind für die SEO nur bedingt geeignet, da die Suchmaschine Sonderzeichen oftmals missverständlich interpretiert und rein maskulin formulierte Suchresultate liefert.

Soll eine bestimmte Seite ein gutes Ranking für eine weibliche Form erzielen - beispielsweise eine Stellenausschreibung «Designerin» – empfehlen wir, diese Seite und das entsprechende Main Keyword konsequent auf die weibliche Schreibweise auszurichten.

Spielt es keine Rolle, wenn eine Seite für die maskuline Form rankt, kann die Schreibweise mit dem Gender-Doppelpunkt anwendet werden, da Google diese in die männliche Form auflöst und aus SEO-Sicht keine Nachteile entstehen.

Wie immer in SEO-Texten gilt auch hier: Content is King oder eben Queen. Wir schreiben Inhalte für unsere Leserinnen und Leser und nicht für die Suchmaschine.

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